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18. November 2012

Meinung: Warum das iPad das beste Tablet ist

Nicht das schon wieder! Ein Apple-Fanboy, der darüber berichtet, wie toll doch das eigene Tablet ist und was Android alles nicht kann. Nicht ganz. Ich selbst bin eigentlich ein überzeugter Android-Fan und habe schon seit es das erste Android Device gibt, damit gearbeitet. Auch das erste Tablet hielt ich in den Händen und viele weitere Versionen danach. Ich habe von Cupcake über Honeycomb bis hin zu Jelly Bean alle Android-Versionen über mehrere Monate benutzt und testen können. Und ich muss sagen: Android nervt.

Natürlich hat sich Android in den 4 Jahren um Welten verbessert, alles läuft flüssiger, ist abgestimmter und einheitlicher, trotzdem lassen sich oft noch Relikte aus alten Android 1.x-Zeiten finden. So wurden einige Apps nicht migriert oder einige Konzepte nicht neu überdacht. Und genau das ist der kritische Punkt am Android-System: Die Freiheit der Entwickler. Jeder Android-Developer kann mit seiner App so gut wie alles machen, was er möchte. Er ist weder an eine Designrichtlinie gefesselt, noch an sonstige Restriktionen. Was auf den ersten Blick toll klingt, ist auf lange Sicht der Untergang. Die Qualität der Software und auch die, der Geräte wird so unterschiedlich, dass selbst eine App, die schlampig programmiert ist und immer im Hintergrund läuft, das ganze System lahmlegen kann.

Das ist Punkt eins, warum ich finde, dass das iPad besser ist als Android: iOS wird kontrolliert und somit wird die Qualität sichergestellt, auch wenn es manchmal die Usability beeinträchtigt. Jede App unter iOS sieht gleich schön aus, hat einen garantierten Funktionsumfang und weniger Bugs, weil sie – und hier kommt Punkt zwei – genau an das Gerät angepasst wurde. Apple lässt nicht zu, dass iOS auf fremden Geräten installiert wird. Somit haben sie die Kontrolle über alle Geräte, die veröffentlicht werden und können die Entwickler dazu „zwingen“, ihre App genau für diese paar Typen von Geräten zu optimieren. So sieht man unter iOS äußerst selten verzerrte Splash-Screens, Menü-Punkte oder falsch formatierte Screens, die nur zur Hälfte sichtbar sind. Der Entwickler einer App leidet zwar unter all diesen Voraussetzungen und Vorgaben, muss diese aber erfüllen, sonst landet er nicht im AppStore.

Punkt drei: Unter der Haube haben die zwei Systeme nicht viel gemeinsam. So arbeitet Android beispielsweise mit Virtualisierung. Zwar nur mit Paravirtualisierung, was einen erheblichen Geschwindigkeitsvorteil mit sich bringt, trotzdem ist es eine Ebene mehr als bei iOS. Zudem reagierte Android (bis Android 4.1 mit Project Butter) nicht so schnell auf Eingaben wie es der Konkurrent tat. All diese Faktoren sorgen dafür, dass sich Apple’s OS bei der Bedienung flüssiger und schneller anfühlt. Und wenn ich ein Quad-Core-Device in meinen Händen halte, möchte ich bitteschön nicht, dass es auch nur ein bisschen ruckelt.

Nächster Punkt: Die ach so schönen UI-Customizations, die jeder Smartphone- und Tablet-Hersteller für super hält. So hat ASUS ihr Waveshare UI auf alle ASUS-Geräte gepackt, HTC das Sense UI, Samsung ihr TouchWiz und Motorola das MotoBlur UI. Noch etwas, mit dem Android fertig werden muss. Auch das fällt bei Apple weg und birgt natürlich wieder ein einheitlicheres System unter den verschiedenen Devices und ein schlichtes und angepasstes Erlebnis. Selbiges haben wir auch schon bei Computern seit Anbeginn der Zeit: Jeder Hersteller, egal ob Dell, Lenovo, HP oder Acer, meint, dass komplette System mit AntiViren-Software, Game-Trails und unnötigen Dienstprogrammen „vollballern“ zu müssen. Bei PCs hat man wenigstens noch die Möglichkeit, das System direkt nach dem ersten booten zu entfernen und sein eigenes aufzuspielen. Bei Android ist dies nicht ganz so einfach. Zwar gibt es Custom-ROMs, aber auch hier sind wieder Tweaks drin und dran, auf die Android nicht spezialisiert ist.

Ich glaube ich habe langsam genug über Android gemeckert und möchte nun zur Hardware kommen: Liebe Marketing-Spezialisten bei Samsung, HTC und Co: Warum in Gottes Namen veröffentlicht ihr Geräte, die größer als meine Hand sind? Wenn ich ein Smartphone verwende, möchte ich nicht zwei Hände zum Bedienen benutzen müssen. Ich will mit meinem Daumen von rechts unten bis ganz oben links in die Ecke kommen. Was Apple in dem Werbespot zum neuen iPhone 5 erstmals deutlich gemacht hat, habe ich schon seit dem HTC HD2 beklagt: Es darf nicht sein, dass man nahezu akrobatische Leistungen vollbringen muss, um sein Smartphone bedienen zu können. Selbiges bei Tablets: Hier gilt zwar je größer desto besser, trotzdem sollte man sich auch über das Format gedanken machen. Sicher ist Breitbild, wie es jedes Android-Tablet hat, zum Filme gucken optimal, da alle Filme in diesem Format gedreht werden (was ich übrigens bis heute nicht verstehe, warum sie von 4:3 auf 16:9 gewechselt haben), doch wie oft guckt man in der Realität Filme am Tablet? Ich persönlich habe mir damals noch das Asus Transformer mit der Begründung gekauft: Ich möchte damit Filme gucken. Wie sich herausstellte, macht das am Tablet aber nur wenig Spaß, da man es immer halten muss (es sei denn man hat eine Halterung) und das Display spiegelt. Hauptsächlich wird das Tablet also zum Surfen im Internet verwendet. Und hierfür ist 16:9 definitiv das falsche Format, denn so passt Text nur in ganz kleinen Passagen auf den Screen. Diese Problematik wurde mir erst bewusst, als ich längere Zeit mit dem iPad gearbeitet habe und dann wieder auf mein Transformer Pad 300 gewechselt bin.

Zu meinem Erschrecken muss ich also sagen, dass Android (zumindest im Bereich Tablets, als Smartphone würde ich mir kein iPhone zulegen) einiges falsch gemacht hat, das Apple schon frühzeitig erkannt hat. Das ist natürlich nur meine eigene Meinung, die ich euch etwas näher bringen wollte.

Hintergrundwissen für alle, die es interessiert:

Meine Smartphones (sortiert nach Alter):

  1. HTC Dream (G1, erstes offizielles Android-Smartphone)
  2. HTC Desire
  3. HTC HD2 mit Android
  4. Samsung Galaxy Nexus (einen Monat, danach verkauft. Grund: Billig Hardware)
  5. HTC One X (mein derzeitiges Smartphone)
  6. demnächst: LG Nexus 4 (hab leider keins mehr bestellen können.. schade)

Meine Tablets (sortiert nach Alter):

  1. Advent Vega
  2. ASUS Eee Pad Transformer
  3. ASUS Transformer Pad TF300T (liegt noch daheim rum, wird aber fast nie benutzt)
  4. iPad 2
  5. WeTab mit Windows 8 (herrje.. nicht zu gebrauchen.. einmal benutzt, liegt jetzt in der Ecke)
  6. iPad 3 (mein derzeitiges Tablet)
Meinung: Warum das iPad das beste Tablet ist
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Über den Autor

Karim Geiger

Ich bin angehender Anwendungsentwickler im Open Source-Bereich, arbeite gerne mit Linux und Unix und liebe alles, was mit Web und der Cloud zu tun hat. E-Mail: karim(at)tablethype.de

  • Gruni

    Hallo Karim,

    wieso ist das wetab so schlecht in deinen Augen?
    Ich/wir haben als Technofreaks im weiten Sinne ein IPAD 1, ein Wetab (webtos, Win8 CP+Andr4), Momo9 und Momo8Bird (beide Andr4) , sowie aus einem Altbestand ein Onetab (Andr2.2).

    Das Onetab ist als Webradio dauernd online und zu nix anderes zu gebrauchen, das Ipad wird durch meine Frau malträtiert (Hausfrauenfaktor), ich nutze das Momo8 unterwegs und zuhause am liebsten für alles das wetab unter Win8. Einfach nur super. Ok, das Display ist eine Story für sich, aber ansonsten KEIN Fehlkauf.

    Nur meine 2cent.

    Aber stimmt schon: Um schnell mal was zu spielen, zu googlen oder ein Rezept für den Chefkoch zu finden ist Ipad 1,2,3,—erste Wahl. hausfrauenfaktor eben.

    Grüsse, Gruni

  • Hi,

    ich habe mich zum WeTab (bzw zu Windows 8, wie das WeTab mit anderen Systemen läuft, weiß ich nicht) schon großzügig auf meinem Blog ausgelassen. Nachzulesen hier:
    http://www.headrevision.de/revision-5-statement-zu-windows-8/

    Grob zusammengefasst ist mir das ganze als Tablet-System einfach zu umständlich. Sicher, viele Features sind ein Segen aber gleichzeitig auch eine Qual, denn alles muss ja konfiguriert werden.

    Karim