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14. September 2014

Lenovo Yoga Tablet 10 HD+ im ausführlichen Test

Ende Oktober 2013 präsentierte Lenovo mit dem beiden Yoga-Tablets die ersten konkurrenzfähigen Geräte für den deutschen Tablet-Markt. Im Rahmen des MWC 2014 folgte dann das Lenovo Yoga Tablet 10 HD+, der Nachfolger des größeren Modells.
Welche Vorteile Lenovos „MultiMode“-Konzept bietet, in wie weit nachgebessert wurde und welche Nachteile das Tablet besitzt, wollen wir in diesem Testbericht nun erläutern.

Technische Daten

  • 10,1-Zoll-Display mit 1920 x 1200 Pixeln, IPS-Panel
  • Qualcomm Snapdragon 400, 4 x 1,6 Ghz
  • 2 GB Arbeitsspeicher
  • 16 GB interner Speicher
  • 9000 mAh Akku
  • Kamera Back: 8 Megapixel, Front: 1,6 Megapixel
  • microUSB, microSD, Kopfhörer
  • Wlan b/g/n, Bluetooth 4.0, (3G)
  • 261 x 180 x 9,1 mm, 626 Gramm
  • Android 4.4.2 mit Lenovo LauncherHD

Verarbeitung und Haptik

Wie schon beim Vorgänger setzt Lenovo beim Yoga Tablet 10 HD+ auf einen wertigen Materialmix. Während das eigentliche Gehäuse aus einem silbernen Kunststoff gefertigt ist, besteht die Griffleiste aus Aluminium. Auf Grund der leichten Musterung der Kunststoffrückseite und der ergonomischen Wulst, liegt das Tablet in jeder Lage gut in der Hand und vermittelt einen wertigen Eindruck. Geschmälert wird der erste Eindruck lediglich von den etwas wackligen Tasten. Lautstärke-Wippe sowie Power-Taste besitzen keinen präzisen Druckpunkt und haben zu viel Spiel.

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Das „MultiMode“-Konzept

Das sogenannte „MultiMode“-Konzept soll das Lenovo Yoga Tablet 10 HD+ von der Konkurrenz absetzen. Im Gegensatz zu dieser lässt sich das Tablet nämlich in verschiedensten Modi nutzen. Hierzu verbaut Lenovo einen Ständer in der Griffleiste, welcher das Aufstellen in vielen Positionen erlaubt. Das Lenovo Yoga Tablet 10 HD+ besitzt hierbei zumeist einen sicheren Stand und gerät kaum ins Wanken. Der Standfuß zahlt sich in der alltäglichen Nutzung aus und bringt dem Tablet einen unschlagbaren Vorteil. Im Vergleich zur Konkurrenz kann das Tablet beispielsweise ohne Zubehör auf einem Tisch abgestellt werden. Da der Standfuß zudem sehr viele Betrachtungswinkel unterstützt, sind dem Nutzer bei der Positionierung kaum Grenzen gesetzt.

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Display

Im Vergleich zum Vorgänger, dem Lenovo Yoga Tablet 10, wurde gerade in diesem Bereich stark nachgebessert. Das 10,1 Zoll große Display löst nun mit scharfen 1920 x 1200 Pixeln auf und bringt es somit auf eine Pixeldichte von 224 ppi. Bilder, Videos und Apps wirken auf dem Bildschirm stets scharf, Pixel können lediglich erahnt werden, wenn man das Tablet im Abstand weniger Zentimeter hält. Farben wirken dank der verwendeten IPS-Technologie aus allen Blickwinkeln kaum verfälscht und die Kontraste fallen nicht ab. Alles in allem also ein starkes Display.

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Performance

Kam im Vorgänger noch ein Quad-Core-Prozessor von Mediatek zum Einsatz, setzt Lenovo im Yoga Tablet 10 HD+ auf einen SoC des Marktführers Qualcomm. Der Snapdragon 400 besitzt vier Rechenkerne mit je 1,6 GHz und kann auf die Adreno 305 GPU zurückgreifen. In Kombination mit 2 GB Arbeitsspeicher sorgt dieses Gespann für eine stets flüssige Systemperformance. Apps öffnen schnell, das Scrollen durch diverse Menüs verläuft ohne Verzögerung und der Lenovo-eigene Launcher lässt sich einwandfrei bedienen. Möchte man mit dem Tablet dann aber einmal eine Runde Spielen, wird es eng. Die Adreno 305 GPU hat mit der relativ hohen Auflösung sichtlich Probleme und sorgt teilweise für immense Ruckler. Gelegenheitsspiele wie Doodle Jump oder Pacman sind nutzbar, greift man dann jedoch zu anspruchsvolleren Anwendungen, geht dem SoC schnell einmal die Puste aus. Während das Lenovo Yoga Tablet 10 HD+ „Dead Trigger 2“ noch gerade so mit 10-20 fps bewältigt, kommt es bei „Die Simpsons Springfield“ gerne einmal zu der ein oder anderen Ruckelorgie.
Der AnTuTu-Benchmark bestätigt dann unsere Vermutung. Der Qualcomm Snapdragon 400 siedelt sich mit seinen 19.778 Punkten auf dem HighEnd-Niveau von vor zwei Jahren an. Mit dem Browsen im Internet, dem Ansehen von Filmen oder YouTube-Videos hat der Prozessor somit keine Probleme, das Ausführen anspruchsvoller Spiele zeigt jedoch, dass er für diesen Anwendungsfall schlichtweg nicht ausgelegt ist.

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Akkulaufzeit

In der Griffleiste des Lenovo Yoga Tablet 10 HD+ versteckt sich ein starker 9000 mAh Akku, welcher in der Lage ist kleine Wunder zu vollbringen. Die Akkulaufzeit des Tablets liegt bei gemäßigter Nutzung zwischen 3 und 5 Tagen und selbst der größte HardCore-User dürfte den Akku innerhalb eines Tages kaum leer bekommen. Um aus den letzten paar Prozentpunkten dann am Ende noch etwas mehr herauszuholen installiert Lenovo zudem noch eine App namens „Akku-Manager“ vor. Diese zeichnet den Verbrauch exakt auf und kann mit einigen Voreinstellungen für eine noch längere Laufzeit sorgen. Mit den richtigen Einstellungen soll die Laufzeit laut Lenovo um 10 bis 30 Prozent verlängert werden können.

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Software

Wurde das Lenovo Yoga Tablet 10 HD+ ursprünglich noch mit Android 4.3 Jelly Bean ausgeliefert, steht seit einiger Zeit nun schon ein Update auf die aktuelle Version 4.4.2 KitKat zum Download bereit. Da Lenovo im Bezug auf die Benutzeroberfläche jedoch auf den eigenen „Lenovo LauncherHD“ setzt, sind viele Kernelemente des puren Androids nicht mehr zu erkennen. So werden die Apps beispielsweise auf den zahlreichen Homescreens abgelegt – den App-Drawer hat man entfernt. Desweiteren wurden viele der Standard-Anwendungen mit einem eigenen Design versehen und die App-Icons erstrahlen ebenfalls in neuen Farben. Doch es sind auch einige Funktionen mit an Bord, welche das Lenovo Yoga Tablet 10 HD+ auszeichnen. So kann auf den Home-Screens durch einen Swipe von links oder rechts beispielsweise die „Smart Side Bar“ aufgerufen werden, welche einen Überblick über die zuletzt geöffneten Apps bietet und zur Umschaltung zwischen verschiedenen Profilen dient. Außerdem verfügt das Lenovo Yoga Tablet 10 HD+ über eine Splitscreen-Funktion, dank welcher bis zu vier Apps gleichzeitig angezeigt werden können. Unterstützt werden hier jedoch lediglich die eigenen Anwendungen sowie die Google-Apps.
Zusammengefasst weicht die Lenovo-eigene Oberfläche zwar relativ stark vom puren Android ab und erinnert in gewissen Punkten an Apples iOS, dennoch ist die Bedienung komfortabel und gerade Einsteiger dürften sich an dem intuitiven System erfreuen.

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Sonstiges (Lautsprecher, Kameras)

Auf der Front des Yoga Tablet 10 HD+ hat Lenovo zwei Stereolautsprecher positioniert. Diese sorgen in Kombination mit den vorinstallierten DolbyDigital Klangprofilen für einen sehr guten Sound und sind in jedem Modus direkt zum Nutzer gerichtet. Selbstverständlich kann das Tablet keine teure Bluetooth-Soundbox ersetzen, zum gelegentlichen Musikhören reichen die Lautsprecher aber aus. Zu den Kameras: Diese bieten, wie es für Tablets üblich ist, keine allzu gute Qualität. Während die Kamera auf der Front für eine Frontcam einigermaßen ordentliche Bilder schießt, hat die Hauptkamera mit einigen Problemen zu kämpfen. Der Autofokus sitzt ab und zu nicht und viele Bilder wirken verwaschen. Dennoch, für ein paar Schnappschüsse sollten beide Kameras ausreichen.

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Fazit

Mit dem Yoga Tablet 10 HD+ hat Lenovo viele Kritikpunkte des Vorgängers ausgemerzt und ein sehr interessantes Tablet auf den Markt gebracht. In unseren Augen handelt es sich bei dem Tablet um einen guten Allrounder, welcher sich vor allem durch das „MultiMode“-Kozept von der Konkurrenz absetzen kann. Dieses dürfte in so gut wie jedem Nutzungsszenario Verwendung finden und sorgt für ein Plus an Komfort. Auf Grund des schwachen Prozessors müssen wir unsere Empfehlung jedoch einschränken. Zwar überwiegt für uns das geniale „MultiMode“-Konzept diesen Kritikpunkt, Personen, welche auf ihrem Tablet viel spielen wollen, dürften mit dem Lenovo Yoga Tablet 10 HD+ aber nicht sehr glücklich werden. Allen anderen können wir das Tablet jedoch wärmstens empfehlen.

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Vielen Dank an Lenovo für die Bereitstellung des Testgeräts!

Lenovo Yoga Tablet 10 HD+ im ausführlichen Test
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Über den Autor

Niklas Jutzler

Student und Tech-Blogger aus Mainz. Schon seit zwei Jahren mit viel Spaß und Motivation dabei. Ihr findet mich auch bei Google+.