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15. März 2015

App der Woche 11/15: Blitzer.de – Wenn das Smartphone zum Radarwarner wird [Kolumne]

Blitzer sind nicht nur nervig, sondern auch teuer. Doch inzwischen gibt es natürlich auch diverse Hilfsmittel fürs Smartphone oder Tablet – Nutzer bewegen sich hier allerdings in einer rechtlichen Grauzone. Trotz diesem Umstand wollen wir euch in dieser Woche die App Blitzer.de vorstellen, welche für Android, BlackBerry 10, Firefox OS, iOS, Symbian 3 und Windows Phone zu haben ist.

Einmal an der falschen Stelle kurz zu sehr aufs Gas getreten und schon ist es passiert – es blitzt. Ein paar Wochen später liegt der Bescheid inklusive der Zahlungsaufforderung und ggf. die Weisung zur Führerscheinabgabe im Briefkasten. Doch muss man als Autofahrer dem Staat wirklich das Geld so in den Rachen werfen? Ich denke nicht, wenn es Möglichkeiten wie diverse Facebook-Gruppen/-Seiten oder eben Apps gibt. Eine dieser Apps ist Blitzer.de, welche vom gleichnamigen Unternehmen aus Hamburg betrieben wird. Das Prinzip ist, die App erkennt den Standort, gleicht die Strecke mit der Datenbank ab und warnt, sobald man sich einem stationären Blitzer oder einer mobilen Kontrollstelle (sofern diese bereits gemeldet wurde) nährt.

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So gern gesehen sind Apps dieser Art bei Polizei und Landratsämtern natürlich nicht, doch eine genaue Regelung in der StVO gibt es auch nicht. Dort heißt es nur wie folgt:

Dem Führer eines Kraftfahrzeuges ist es untersagt, ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Das gilt insbesondere für Geräte zur Störung oder Anzeige von Geschwindigkeitsmessungen (Radarwarn- oder Laserstörgeräte).

Nun lässt sich bekanntlich darüber streiten, ob ein Smartphone nun primär dazu dient Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. So mancher hätte dies vermutlich gern, doch die primäre Funktion ist und bleibt nun bekanntlich das Telefonieren. Im Fall eines reinen Laser-Jammers oder Radarwarners sieht die Lage allerdings wie folgt aus: 75 Euro Bußgeld, 4 Punkte in Flensburg und die Beschlagnahmung des Gerätes. Im Fall von Smartphones / Tablets wäre das übliche Verfahren das selbe, allerdings ohne Beschlagnahmung – aus Unverhältnismäßigkeit. Dies lässt sich allerdings umgehen, sofern man einen Beifahrer dabei hat, denn dieser darf Apps wie Blitzer.de straffrei betreiben und den Fahrer warnen. Hier gilt die selbe Regelung wie für Meldungen aus dem Radio oder dem Social Web.

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Wie bei vielen Apps gibt es auch im Fall von Blitzer.de eine Plus / Pro Version.

Android:

  • Overflow-Widget
  • Landscape-Modus
  • Kartenansicht zur Prüfung vor Fahrtantritt
  • Kopplung per HFP-Bluetooth mit dem Autoradio
  • Multi-Window Support für Samsung Smartphones
  • Grüne InApp-Pfeile durch Smiley ersetzbar

iOS:

  • 14 Tage Test-Abonnement für mobile Blitzer (Lebenslanges Abonnement für 9,99 Euro erhältlich)
  • Geprüfte Blitzermeldungen, dadurch entspanntes Reisen
  • Kostenlose Hotline, Rückrufservice zu den üblichen Bürozeiten

Was man bei der Nutzung von Blitzer.de ebenfalls beachten sollte, ist eine dauerhafte Stromversorgung von Smartphone oder Tablet, da die durchgängige Aktivität des GPS-Systems gut auf den Akku geht. Optional ist sicherlich auch eine KFZ-Haltung nicht verkehrt, besonders wenn man wie ich sein Gerät gleichzeitig auch noch als Navi verwendet.

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Fazit:

An und für sich ist die Blitzer.de App eine schöne Sache, welche allerdings natürlich nicht ohne Mängel daher kommt. So wurden in unserem Test (Plus-Version unter Android 4.4.2) mobile Kontrollstellen nicht angezeigt. Auch dauerte die Freischaltung gemeldeter Kontrollstellen teilweise solange, dass diese bereits wieder abgebaut wurden. Problemlos hingegen funktionierte die Warnung vor stationären Messanlagen, selbst inaktive Anlagen wurden hier problemlos angezeigt. Auch ist die Android-App mit 4,99 Euro fünfmal so teuer wie die iOS-Version, welche für 99 Cent zu haben ist (Stand 12.03.2015).

Disclaimer: Die Nutzung der Blitzer.de-App erfolgt auf eigene Gefahr. Wir distanzieren uns an dieser Stelle von verhängten Bußgeldern, verteilten Punkten in Flensburg und beschlagnahmten Geräten.

Wer nun neugierig geworden ist, findet die Downloads an dieser Stelle:

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Über den Autor

Bjørn Max Wagener

Journalist ✏ • BOS-Reporter • 1. FFC Turbine Potsdam ⚽ • Dosenöffner von Barney • Urbexer • Video Editor