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8. November 2015

Das Motorola Moto X Play im Test: Viel Android, wenig Geld

Das Moto X Play wurde Ende Juli für 349 Euro vorgestellt und ist das günstigste Gerät der neuen X-Generation, neben dem High-End-Phablet X Style und dem erst kürzlich bekannt gewordenen Tough-Phone X Force. Trotz des niedrigen Preises sollte das X Play mit einer ordentlichen Ausstattung und vor allem einer dem Preis überdurchschnittlich angemessenen Kamera glänzen. Wie gut es nach einem Monat bei uns abgeschnitten hat, lest ihr im folgenden Test. 

Technische Daten

  • Display: 5,5 Zoll, 1920 x 1080 Pixel (403 PPI), IPS-Panel, Corning Gorilla Glass 3
  • SoC: Qualcomm Snapdragon 615 (4 x 1,7 GHz Cortex-A53, 4 x 1,0 GHz Cortex-A53)
  • RAM: 2 GB
  • Speicher: 16 GB (32 GB verfügbar), mit microSD erweiterbar
  • Kameras: 21 MP rückseitig, Dual-LED-Flash, Video bis zu 1080p bei 30 FPS; 5 MP frontseitig
  • Akku: 3630 mAh
  • Android: 5.1.1 Lollipop, 6.0 Marshmallow angekündigt
  • Sonstiges/Schnittstellen: Bluetooth 4.0, Dual-Band WiFi 802.11 a/b/g/n, GPS, microUSB 2.0
  • Maße: 1,48 x 7,5 x 1,09 cm, 169 Gramm
  • Preis: ab 349 Euro

Äußeres: Bisschen Plastik

Bei ausgeschaltetem Display oder gar ganz ausgeschaltetem Gerät präsentiert sich das Motorola Moto X Play von vorn wie ein schlichtes, Motorola-typisches Smartphone mit den bekannten Dual-Speakern (oben für Telefonie, unten für normale Audio-Ausgabe) auf der Frontseite. Da sich diese oben wie unten wie ein Ei dem anderen gleichen und sich die Frontkamera sehr gut versteckt und nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen ist, fällt es manchmal schwer, das Gerät auf Anhieb richtig herum zu halten. Ein Druck auf den an der rechten Seite angebrachten, leicht geriffelten und so gut von den darunter zu findenden Volumebuttons zu unterscheidenden Powerbutton schafft jedoch schnell Klarheit. Leider hinterlässt dieser ein recht schwammiges Gefühl und ist etwas beweglich, doch er verrichtet seinen Dienst: Nach rund 42 Sekunden ist das X Play hochgefahren.

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Weitere Knöpfe, wie einen dedizierten Kamerabutton, muss man vermissen. Auf der oberen Seite sind weiterhin ein mittig positionierter Klinkenanschluss und daneben der nanoSIM- sowie microSD-Port in einem angebracht, der sich mittels einer Stecknadel oder dem mitgelieferten Pin herausnehmen lässt. Da so ein Slot für die Karten vorgesehen ist, kann der bewanderte Leser vielleicht schon schlussfolgern, dass sie sich nicht in der Rückseite finden, die sich mit ein wenig Gewalt zwar zu modischen Zwecken abnehmen lässt, doch keinen Zutritt zum nicht wechselbaren Monster-Akku verschafft. Die abgerundete Plastikrückseite ist über den Motomaker in 14 verschiedenen Farben erhältlich und kommt in der Standardversion in schwarz daher. Unabhängig von der Farbe ist das Backcover schlangenmusterartig geriffelt, was nicht nur gut aussieht, sondern auch dem Grip und Handgefühl zugute kommt. Insgesamt ist das Moto X Play mit seinen 5,5 Zoll in der Diagonale und dem über 1 Zentimeter dicken Gehäuse nämlich ein ziemlicher Brecher, wenn man – im Gegensatz zu mir – kleinere Hände hat.

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Zusammengefasst wirkt das Moto X Play trotz der Plastikrückseite im Polykarbonatrahmen wertig verarbeitet und mit seinen 169 Gramm liegt es sicher in der Hand. Wenn man etwas auf die Rückseite klopft, ist zwar ein kleiner Hohlraum hörbar, was jedoch bei einem Gerät dieser Preisklasse zu verschmerzen ist.

Leistung & Performance

Bei den technischen Daten, die für die Leistungsfähigkeit des Smartphones verantwortlich sind, ist das X Play nur mittelmäßig aufgestellt. Ein Smartphone mit einem Snapdragon 615 und 2 GB Arbeitsspeicher lässt sich problemlos auch bereits für unter 300 Euro beschaffen. Nichtsdestotrotz reicht das bei dem Moto X Play vollkommen aus. Laut Benchmark mag es vielleicht nicht so gut abschneiden (sondern liegt mit 30.874 Punkten im AnTuTu-Benchmark recht weit unter der Konkurrenz), im Alltagsgebrauch reagiert es jedoch flüssig und performant. Mikroruckler, die eben Android-eigen sind, treten auch hier auf, explizite Abstürze oder unspielbare Ruckler in der gelegentlichen Game-Session konnte ich allerdings nicht feststellen. Was jedoch nicht nur von mir, sondern auch von vielen anderen Nutzern bemängelt wurde, ist die Hitzeentwicklung, die das X Play bei großen Ansprüchen zur kleinen Wärmflasche machen.

Kamera: Hervorragend, wenn das Licht stimmt

Die Kamera wurde beim X Play großartig beworben, denn für ein Gerät dieser Klasse soll es unverhältnismäßig gute Fotos machen. Und unser Test zeigt: Tut es – allerdings nur bei gutem Licht. Wird es dunkel, dämmerig, schlecht beleuchtet, tritt unverzüglich starkes Bildrauschen auf, was sich in der Qualität der Bilder merklich niederschlägt. Bei Landschaftsfotos haut der HDR-Modus definitiv eine Menge ‚raus und kommt der Schärfe der Fotos zugute. Die Frontkamera mit ihren 5 MP taugt als Selfiekamera, doch auch hier gilt: Bei schlechtem Licht wird’s schwammig.

Und bei manchen Fotoobjekten ist auch gar nichts mehr zu retten, das lässt sich dem Moto X Play jedoch kaum ankreiden (sorry Niklas!).

moto-x-play-front-cam-test

Display

Beim Display setzt Motorola erstmals auf ein LCD, anstatt, wie bisher, auf AMOLED. Ein gewagter Schritt, ist ein vernünftiger Schwarzwert und eine akkusparende Lösung für das Active Display, welches eine Benachrichtigungs-LED ersetzt, das A und O. Auf diesem werden Benachrichtigungen mittels Icon angezeigt und können entweder mit einem Wisch nach oben direkt geöffnet werden, ein Wisch nach unten entsperrt das Gerät ganz normal. Ansonsten glänzt das LCD mit IPS-Panel in allen Kategorien: Die Farben stimmen, Helligkeit ist ausreichend und ein stabiler Blickwinkel ist ebefalls gegeben. Die Schärfe des 5,5-Zoll-Display ist selbstverständlich ebenso zu erwähnen, die Auflösung von 1920 x 1080 reicht vollkommen aus.

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Akku: Kann lang und länger

Ein weiteres Steckenpferd des Moto X Plays ist eindeutig der Akku. Nicht nur, dass er mit seinen 3630 mAh als groß beworben wird, auch in der Praxis hält er so manchen Tag durch. Zwar bin ich kein Freund dessen, ein Smartphone erst am nächsten Tag zu laden, da ich morgens beim Aufstehen ein vollgeladenes Smartphone mitnehmen möchte, doch wenn man unterwegs ist, zeichnet sich der gigantische Akku dennoch als Pluspunkt aus. Nettes Gimmick zum Akku ist im Übrigen das mitgelieferte Ladekabel. Nicht nur, dass Motorola es nicht versäumt, überhaupt einen USB-Adapter für Steckdosen mitzuliefern, was andere Hersteller gerne vergessen, dieser ist auch noch mit einem zusätzlichen Port für ein zweites Gerät ausgestattet, weswegen ich ihn eigentlich gar nicht mehr zurückschicken möchte.

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Software

Vielleicht noch kurz anzuschneiden ist das leidige Thema Software bei Android-Geräten. Wer bereits ein Motorola-Gerät benutzen konnte, wird sich darüber erst gar keine Gedanken machen, denn Motorola leistet hier einen vorbildlichen Job. Kaum Bloatware, sondern tatsächlich nützliche Apps wie der Assistent „Moto“ (auch wenn man neben Google Now eigentlich nichts anderes braucht) oder Migrate, womit sich Daten von einem Gerät aufs andere übetragen lassen. Der Launcher ist wie eh und je unverändert, hier bekommt ihr die pure Vanilla-Android-Experience. Im Test lief Android 5.1.1 Lollipop auf dem X Play, doch schon bald dürfte ein Update auf 6.0 Marshmallow bereitstehen.

Fazit

Das Motorola Moto X Play ist für diejenigen gedacht, die eine runde Android-Erfahrung suchen. Die gute Kamera und der hervorragende Akku sind wichtige Faktoren dabei, dieses Smartphone empfehlen zu können und machen es zum verlässlichen Alltagsbegleiter. Preislich liegt es mit dem unteren Ende von 349 Euro im Mittelfeld, manche Komponenten können sich jedoch durchaus mit den High-End-Rivalen messen. Wer sich mit der Standardausstattung zufrieden gibt, schaut am besten einmal bei Amazon vorbei; wer sein Smartphone lieber mit „Limette“ und „Metallic Pink“ personalisiern will und dafür auch bereit ist, mehr Geld auszugeben, findet alles Nötige im Moto Maker.


Großer Dank geht an 1 & 1, die uns das Gerät auf der grandiosen und unverwechselbaren #1und1hwl anvertraut haben. 

Das Motorola Moto X Play im Test: Viel Android, wenig Geld
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Über den Autor

Jonathan Kemper

Bloggt seit Jahren über Games und Technik. Irgendwo hier zuständig für alles. Erreichbar über Social Media und jonathan@tablethype.de.