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15. Juli 2016

Augmented Reality: Pokémon Go im Test

Die 90er bestanden nicht nur aus heute teils peinlicher Musik und schrecklichen Frisuren, sondern war dieses Jahrzehnt auch für viele eine bewegende Zeit: Der Grund hierfür war der Nintendo GameBoy und das Spiel Pokémon. Der GameBoy ist inzwischen vom Markt verdrängt, doch Pokémon ist geblieben. Inzwischen hat sich das Format aber von der Spielekonsole aufs Smartphone verlagert und weiß hier mit Augmented Reality-Effekten die Spieler in seinen Bann zu ziehen. Ich habe den Test des neuen Formates gewagt.

Fahr mal langsamer, da kommt ein PokéStop! Ungefähr so geht es bei mir und einem Teil meines Freundeskreises seit Freitag zu. Denn allein war Pokémon noch nie spannend, weshalb es schon immer eher ein Team-Spiel war. Aus genau diesem Grund haben wir uns nun zu fünft das Spiel auf unseren Smartphones installiert und sind in die Realität aufgebrochen um Pokémon zu fangen. Ja, die neuste Version verlangt vom Spieler körperliche Leistungen ab. Um beispielsweise Eier auszubrüten, muss man zu Fuß Distanzen zwischen zwei und zehn Kilometern zurücklegen. Genauso verhält es sich mit dem Fangen der kleinen und großen Monster. Wie auch schon früher hat jeder Typ sein eigenes Gebiet, in dem man ihn antreffen kann. So findet man Feuer-Typen bevorzugt in Wohngebieten, wohingegen Drachen-Typen an beliebten Urlaubsorten auftauchen.

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Ein ausdauernder Akku ist Pflicht

Um den Standort beim Betrieb der App immer erfassen zu können, benötigt die App natürlich dauerhaften Zugriff auf die GPS-Schnittstelle des Smartphones oder Tablets. Dementsprechend steigt auch der Akkuverbrauch signifikant an, weshalb eine Powerbank quasi schon zur Pflichtausrüstung für einen Streifzug gehört – sofern man nicht plötzlich mit einem leeren Akku dastehen möchte. Besonders beim iPhone mussten wir dies feststellen, wobei hier auch eine Kuriosität festzustellen war. So gehören zu unseren Testgeräten auch zwei aktuelle iPhone 6s mit iOS 9.3.2. Ebenfalls ist auf beiden Geräten dieselbe App-Version installiert, doch aus welchen Gründen auch immer läuft eins von beiden Geräten knapp 15 – 20% länger. Ebenfalls keine Wunder sollte man unter Android erwarten, wo selbst der große Akku des Samsung Galaxy Note 4 doch recht schnell in die Knie gezwungen wurde.

Endlich auch in Deutschland

Zum Start war Pokémon Go leider nur in Australien, Japan und Neuseeland verfügbar. Zwischenzeitlich schaltete man die App in den USA offiziell scharf. Seit dem 13. Juli gibt es die App nun auch offiziell über die deutschen Stores von Apple und Google. Trotz der langen Wartezeit ergibt sich hieraus ein Problem, nämlich fehlenden Serverkapazitäten. Hierdurch bekamen wir bisher regelmäßig die Fehlermeldung, wir sollten es doch bitte später nochmals probieren. Nach kurzer Wartezeit, teils keine Minute, funktionierte dann alles wieder problemlos.

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Level über Bonbons steigern und Arenen einnehmen

Im Gegensatz zur klassischen Pokémon-Version muss bei Go nicht durch Kämpfe, sondern über Bonbons gelevelt werden. Diese erhält man beim Fangen eines Monsters und dem Verschicken an den Professor. Beachtet werden muss aber, dass nicht wie früher die Sonderbonbons für alle Typen funktionieren, sondern bei Go sind diese an das Pokémon gebunden. So lassen sich übrigens auch die Weiterentwicklungen hervorbringen.

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Ähnlich den früheren Arenakämpfen gibt es auch bei Go Arenen in denen man sich mit anderen Mitspielern messen kann. Hierzu ist es allerdings erforderlich die Trainer-Stufe 5 zu erreichen. Mit etwas Ausdauer kann dies aber schnell bewerkstelligt werden, wie wir feststellten. Um eine Arena für sein Team (Weisheit, Intuition oder Wagemut) final einzunehmen, muss man nur den aktuellen Trainer vom Thron stoßen und ein Pokèmon darin plazieren. Somit gilt die Arena als eingenommen.

Eier? Kein Problem, gibt es

Wie auch in den GameBoy-Versionen gibt es in der Go-Version wieder Eier, aus denen Pokèmon schlüpfen. Die Besonderheit hierbei: Man muss sich bewegen um sie auszubrüten. Hierbei gibt es drei verschiedene Versionen, aus denen wiederum unterschiedliche Monster schlüpfen. Was man aber nicht vergessen darf: Die App zählt nur, wenn sie geöffnet ist. Im Hintergrund funktioniert es, zumindest im Moment, nicht.

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Quelle: Imgur

Auch Erfolge gibt’s im Spiel

Wie inzwischen in Spielen quasi üblich, gibt es auch bei Pokémon Go Erfolge. Diese gibt es für eine gewisse Anzahl von besuchten PokéStops oder der Anzahl von gefangenen Pokémon eines gewissen Typs. Auch hierfür haben wir natürlich eine Übersicht für euch.

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Quelle: Reddit

Sozialer und gesundheitlicher Aspekt kommt nicht zu kurz

Während man früher, meistens allein, zuhause GameBoy spielte, setzt Pokémon Go nun völlig neue Maßstäbe. Teilweise wird die App schon als Fitness-App gewertet, da sich auch die Nutzung von Trackern laut diversen Statistiken nahezu verdoppelt hat. Gleichzeitig finden sich auch im Netz, besonders bei Facebook, immer mehr Gruppen zusammen, um gemeinsam auf die Jagd zu gehen. Die App ist also gut für die Gesundheit und hilft zum anderen neue Leute kennenzulernen. Zumindest den gesundheitlichen Aspekt kann ich selbst sogar bestätigen, da mein Laufziel nun eigentlich täglich problemlos erreicht wird – ohne wirklichen Zwang.

Finanzierungsmodell

Auch bei viel Spielspaß sollte nie das Finanzierungsmodell vergessen werden. Zwar ist das Spiel kostenlos, doch man zahlt effektiv trotzdem – und zwar mit seinen Daten. Dies sind zum einen die Daten, auf welche im Google-Account zugegriffen wird und zum anderen die Bewegungsprofile der Spieler, welche via GPS aufgezeichnet werden. Zusätzlich gibt es auch noch zahlreiche In-App Käufe für Pokébälle, Tränke und vieles anderes im Shop. Hierbei gab man an, dass man innerhalb kürzester Zeit eine Rekordsumme von rund 14 Millionen Dollar eingenommen habe. Zusätzlich plant man zukünftig aber auch Sponsered Locations einzuführen. Wie sich dies für die Spieler auswirken soll, hat man aber noch nicht kommuniziert. Man darf also gespannt sein.

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Zukünftige Features

Wie man weiterhin mitteilt, soll der aktuell noch recht kleine Umfang der App noch weiter wachsen. So soll es bald möglich sein, Pokémon und Items zu tauschen. Wie dies genau funktionieren wird, wurde allerdings noch nicht kommuniziert. Weiterhin soll auch die Anzahl der Arenen und Pokéstops zukünftig noch weiter wachsen, um auch Spielern in den ländlichen Regionen eine bessere Chance zu bieten.

Wie bei vielen Online-Spielen üblich, sollen auch bei Pokémon Go zukünftig noch Bestenlisten hinzukommen, in denen sich die besten Spieler durch gute Leistungen eintragen können. Später sollen dann auch die erfolgreichen Teams innerhalb des Spiels für mehr Individualität sorgen können, zum Beispiel in Arenen. Im gleichen Atemzug nennt man ebenfalls weitere Verbesserungen für den AR-Modus, welcher besser visualisiert werden soll. Spezielle Versionen soll es zukünftig auch für die Microsoft HoloLens und andere AR-Geräte geben.

Fazit

Nach gut einer Woche Pokémon Go kann ich mich zum größten Teil nur positiv über die App äußern. Sieht man von den Serverproblemen und dem doch recht späten Start in Deutschland ab, kommt die App bei mir sehr gut weg. Ein großer Kritikpunkt, von mir zumindest, sind aber die zahlreichen In-App-Käufe im Shop. Mit etwas Ausdauer lassen sich die dortigen Items jedoch zum größten Teil über PokéStops generieren. Spannend dürfte es ebenfalls nochmal mit den Sponsered Locations werden, die schon bald Einzug erhalten dürften. Hierzu lässt sich aber erst nach der Einführung eine Aussage treffen.

Durchweg positiv finde ich persönlich die Ankündigung der Entwickler, zukünftig regelmäßig Updates und neue Features zu liefern. Bleibt nur zu hoffen, dass man das Pokémon Gonicht mit zu viel Möglichkeiten zupflastert und den Spielern somit ihren Spaß am Spiel nimmt.

Pokémon GO
Pokémon GO
Entwickler: Niantic, Inc.
Preis: Kostenlos+
Pokémon GO
Pokémon GO
Entwickler: Niantic, Inc.
Preis: Kostenlos+
Augmented Reality: Pokémon Go im Test
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Über den Autor

Bjørn Max Wagener

Journalist ✏ • BOS-Reporter • 1. FFC Turbine Potsdam ⚽ • Dosenöffner von Barney • Urbexer • Video Editor